Der Mieterverein Hagen informiert:

Mieter entscheiden selbst über Besuch

Hagen. Immer dann, wenn Feiertage oder Ferien in Sicht sind, planen viele Menschen einen Besuch bei Freunden oder Verwandten. Der Mieterverein Hagen e. V. nimmt das zum Anlass, um auf die aktuelle Rechtslage in Sachen Besuch in der Mietwohnung hinzuweisen

Claudia Scholten, Vertragsanwältin des Mietervereins, merkt dazu an: „Ein Mieter hat natürlich grundsätzlich das Recht, so oft und so viel Besuch zu empfangen, wie er das will. Der Vermieter hat praktisch keine Möglichkeit, hier einschränkend tätig zu werden. Die Rechtslage ist eindeutig, wie auch der Bundesgerichtshof in der Vergangenheit betätigt hat.“ Wenn der Besuch übernachten möchte, kann das auch kein Grund zur Kritik des Vermieters sein. Selbst in einem Haus, in dem Tierhaltung nicht gestattet ist, kann der Hund eines Besuchers mit in die Wohnung genommen werden, so Frau Scholten, die auch Fachanwältin für Miet-und Wohnungseigentumsrecht ist, weiter. Es müsse aber deutlich sein, dass der Mieter sich nicht „auf kaltem Wege“ ohne Erlaubnis des Vermieters ein Haustier zulege. „Klauseln im Mietvertrag, die die Rechte des Mieters bezüglich Besuch einschränken, sind generell unwirksam. Trotzdem versucht mancher Vermieter, seine Vorstellungen gegenüber dem in solchen Dingen oft unsicheren Mieter durchzusetzen,“ spricht Claudia Scholten aus ihrer langjährigen Erfahrung. Auch die „Anordnung“ des Vermieters, zum Beispiel nachts keinen Damen- bzw. Herrenbesuch zu dulden, sei absolut rechtsunwirksam. Wenn allerdings ein „Besuch“ sich länger als sechs Wochen am Stück hinzieht, kann der Vermieter durchaus kritische Fragen stellen. Nicht nur, dass für Untervermietung grundsätzlich eine Erlaubnis erforderlich ist, sondern auch die Nebenkosten können unter Umständen der Situation angepasst werden, macht der Mieterverein auf die mögliche Problematik aufmerksam.