Aktuell aus der Region

Schlechte Nachrichten für Dortmunder Mieter aus Düsseldorf

Mieterverein Dortmund - 2. April 2020 - 19:10
Heute stellte Bauministerin Scharrenbach die Pläne der Landesregierung zum Thema „Geltung erweiterter Mieterschutzrechte in NRW“ dar. Alle möglichen sog. „erweiterten Schutzrechte“ sollen nur für 18 Städte in NRW gelten; Dortmund und das Ruhrgebiet insgesamt gehen „leer aus“!  „Für Dortmunds Mieter ist dies ein „Kahlschlag“ – bislang geltende Schutzregelungen entfallen; trotz massiv steigender Wiedervermietungsmieten gilt die Mietpreisbremse immer noch nicht!“, stellt Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund fest. „Wir sind bitter enttäuscht, dass unter Federführung von Frau Ministerin Scharrenbach, die in Kamen zu Hause ist, das östliche Ruhrgebiet und eben auch Dortmund und seinen angespannten Wohnungsmarkt bestens kennt, Mieterschutzrechte, die bislang galten, gestrichen werden.“, kommentiert Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund die so nicht erwartbare massive  „Verkleinerung“ der sog. „Gebietskulisse“ für stärkere Mieterrechte. Zum Hintergrund Mietrecht ist Bundesrecht. Mit Hinweis auf sehr unterschiedliche Wohnungsmärkte in Deutschland ist es üblich geworden, zwei- oder mehrstufige Mieterrechte zu schaffen. Was dann wo gilt, sollen dann jeweils die Landesregierungen (nicht der Landtag) in sog. Verordnungen festsetzen, die die jeweilige Wohnungsmarktsituation angemessen berücksichtigen (sollen). Beispiel „Kappungsgrenze“ Bundesweit gilt bei Mieterhöhungen eine Begrenzung „auf maximal 20 %-Erhöhung in drei Jahren“, auch wenn die ortsübliche Miete (Mietspiegel) höher läge (§ 558 Abs. 3 BGB). Die Landesregierungen haben bei angespannten Märkten das Recht, 15% statt 20% festzusetzen. "Erst zum 01.06.2019 hat die CDU/FDP-Landesregierung für Dortmund die 15%-Grenze festgesetzt, jetzt 'fliegt' Dortmund wieder aus raus!“, erläutert Rainer Stücker das Unverständnis über den Kurs der Landesregierung. Also droht, dass an dem 01.07.2020 wieder höhere Mieterhöhungen zu lässig sind. Beispiel „Mietpreisbremse“ Bundesweit gibt es keinen Mieterschutz bei der Anmietung einer Wohnung. Bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen führen angespannte Märkte dazu, dass  der neue Mieter vielfach zwei bis drei Euro je Quadratmeter mehr zahlt als der bisherige Mieter, ebenso dürfen Mieten deutlich oberhalb des Mietspiegels vereinbart werden. Dieser fehlende Mieterschutz bei Neuvermietungen soll durch die sog. Mietpreisbremse entgegen gewirkt werden (§ 556 d BGB). Die Bundesregierung strebt gerade eine Verschärfung an, die CDU/FDP-Landesregierung will sie nur in 18 NRW Städten gelten lassen. „Dortmunder Mieter, die jetzt oder demnächst eine neue Wohnung brauchen, haben keinen Schutz und müssen zahlen, was gefordert wird!“, kritisiert Tobias Scholz die Entscheidung der Landesregierung. Beispiel „Umwandlungsschutz“ Bundesweit gilt bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen eine sog. Kündigungssperrfrist von drei Jahren; für Dortmund gilt bislang eine Sperrfrist von fünf Jahren. Bei angespannten Märkten dürfen die Landesregierungen die Sperrfrist auf bis zu 10 Jahre erhöhen. „Wenn aus Miet- Eigentumswohnungen werden, droht plötzlich allen Mietern eine Kündigung wegen Eigenbedarfs durch die Käufer. Deshalb war angesichts des Dortmunder Wohnungsmarktes das fünfjährige Kündigungsverbot sehr wichtig.“, erläutert Rainer Stücker die Bedeutung dieser Schutzregelung für Betroffene.  Nach den Plänen der CDU/FDP-Landesregierung werden ab Juli 2020 für neue Umwandlungen nur noch drei Jahre Sperrfrist gelten. Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 02.04.2020

Zum 3. April ist die nächste Miete fällig – viele Mieter mit starken Einkommensverlusten: Welche Rechte haben Mieter nach der neuen Rechtslage ? - Tipps und Empfehlungen für Betroffene

Mieterverein Dortmund - 27. März 2020 - 11:30
Wie berichtet hat der Bundestag beschlossen, Mieter befristet für drei Monate vor Kündigungen zu schützen, die Miete ist „am Ende“ (nach einem Zeitaufschub von bis zu 24 Monaten) aber voll zu entrichten (siehe auch unsere Pressemitteilung  vom 25.03.2020) „Viele Mieter sind stark verunsichert; wissen auch nicht, ob man „einfach weniger“ zahlen darf, wie man sich richtig verhält.“, ist das Fazit von Rainer Stücker nach den zahlreichen Beratungs-Telefonaten des Mietervereins Dortmund in den letzten Tagen. Deshalb der Versuch, wichtige Infos und Tipps für Betroffene „auf den Punkt“ zu bringen: Was ist neu? Es gibt ab April 2020, zunächst für die kommenden drei Monate, ein Kündigungsverbot für Vermieter bei „Corona-bedingten“ aktuellen Zahlungsrückständen. Solche Mietrückstande müssen dann innerhalb von 24 Monaten nachgezahlt werden. Wer ist geschützt? Eben nur diejenigen, die in Folge der Corona-Krise jetzt deutlich weniger Geld zur Verfügung haben. Betroffene sind verpflichtet, beim Wohnungsamt Wohngeld oder, bei sehr geringem jetzigen Einkommen, vorübergehend ergänzende ALG II-Leistungen beim Job-Center zu beantragen (Hinweis: es wurde jetzt gesetzlich festgelegt, dass die aktuelle Miete für sechs Monate voll anerkannt wird!). „Dann kann ich, wie gefordert, darlegen, dass ein jetzt nicht vermeidbarer Mietrückstand 'Corona-bedingt' ist und habe kein Kündigungsrisiko.“, erklärt Rainer Stücker. Einfach weniger zahlen? Rein rechtlich könnte man weniger zahlen und warten, bis der Vermieter nachfragt. Besser ist es, sofort den Kontakt per Mail, Anruf oder Brief zu suchen und die eigene aktuelle Arbeits- und Einkommenslage zu erläutern. Sofort oder später Verdienstbescheinigungen, Bestätigungen des Arbeitgebers über Verdienstausfälle, Anträge auf staatliche Leistungen, Leistungsbescheide von Behörden vorlegen. Für Mieter oder Pächter von Gewerbeimmobilien sind dies behördliche Verfügungen, durch die ihnen der Betrieb untersagt oder erheblich eingeschränkt wird. Empfehlung: Stundungen- und Ratenzahlungen schriftlich vereinbaren Dies hat Vorteile für beide Seiten: der Vermieter weiß, in welcher Höhe er „warten muss“ und ab wann in welcher Höhe Rückzahlungen erfolgen. Da diese Vereinbarung verbindlich ist, habe ich als Mieter die Sicherheit, dass es keinen Stress mit Mahnungen oder Zahlungsaufforderungen gibt, selbst wenn keine Kündigung zulässig ist. Das Kündigungsverbot stärkt die Mieterposition, man kann gewissermaßen „auf Augenhöhe verhandeln“. Schlägt der Vermieter den Text vor, rechtlich abgleichen; mieterfreundliche Muster und Infos z.B. auf der Internetseite des Mietervereins Dortmund (pdf). Mietervereine fordern weitere Verbesserungen für Mieter: Richtig ist, dass der Gesetzgeber kurzfristig mit dem Kündigungsverbot ein klares Signal gesetzt hat, allerdings ist aktuell die Absicherung für Mieter noch „löchrig“:
  • Nicht nur die fristlose Kündigung, auch sog. ordentliche Kündigungen mit gesetzlicher Frist (drei Monate oder mehr) müssen eindeutig ausgeschlossen sein.
  • Mahnbescheide bzw. Zahlungsklagen sollte es nicht geben, jedenfalls nicht mit Kostenfolgen für Mieter.
Vermieter als Verlierer ? Wen trifft es wirklich am Härtesten? „Viele private Vermieter, die ihre Mieter kennen und jahrelang pünktlich die Miete erhalten haben, sind sicherlich zu fairen Regelungen bereit; größere Unternehmen haben Kündigungs- und Mietererhöhungsverzicht zugesagt.“, hebt Rainer Stücker hervor. „Einkommensverluste treffen aktuell noch eine Minderheit von Mietern und viele werden, wenn es eben geht, weiterhin die volle Miete leisten wollen.“, so die Erfahrungen beim Mieterverein, soweit es um Wohnungsmieter geht. „Dramatisch ist aktuell die Lage gewerblicher Mieter, wenn alle Einnahmen wegbrechen und kaum Rücklagen vorhanden sind, dann kann die Krise auch Vermieter treffen.“, erläutert Rainer Stücker. „Um uns alle zu schützen, sind Betriebe geschlossen und ohne Einnahmen, viele Arbeitnehmer haben nur 60% ihres Einkommens. Wer die neuen gesetzlichen Regelungen zum Corona-bedingten Zahlungsaufschub als „einseitigen Freibrief“ zu bezeichnet, ignoriert wie hart es gerade andere Gruppen trifft“, kritisiert Rainer Stücker aktuelle Äußerungen der Vermieter-Lobby. Fond-Lösungen für Mietschulden? Sinnvoll und richtig sind daher Forderung noch Fondlösungen auf Bundesebene. So fordern aktuell Mieter- und Vermieterverbände, z.B. der Deutsche Mieterbund (DMB) als Dachverband der Mietervereine und der GdW (Verband der Wohnungswirtschaft) von der Politik einen „Sicher-Wohnen-Fonds“. Dieser soll  Mietausfälle zunächst  übernehmen, um Wohnsicherheit für Mieter und finanzielle Sicherheiten für Vermieter gleichzeitig zu schaffen.[1] [1] Siehe die Pressemitteilung des DMB vom 18.03.2020 (https://www.mieterbund.de/startseite/news/article/55290-dmb-und-gdw-fordern-einen-sicher-wohnen-fonds.html) und die Vorschläge des Beratungsinstitutes empiricia zur Funktionsweise eines Fonds (https://www.empirica-institut.de/nc/nachrichten/details/nachricht/mieterschutz-in-zeiten-von-corona/) Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 27.03.2020

Mieterverein Dortmund informiert: Kündigungsausschluss bei Zahlungs­rückständen in Zusammenhang mit der Coronakrise

Mieterverein Dortmund - 25. März 2020 - 16:56
  • Das Recht von Vermietern Mietern wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Der Kündigungsausschluss gilt nur für Mietrückstände, die zwischen dem 01. April und dem 30. Juni 2020 entstehen. Das Gesetz sieht vor, dass die Bundesregierung anschließend diesen Zeitraum verlängern kann, zunächst für drei weitere Monate.
  • Sind die Mietrückstände bereits vor dem 01. April entstanden, greift die Neuregelung nicht. Hier ist der Mieter nicht vor einer Kündigung und Räumungsklage geschützt.
  • Die Zahlungsrückstände müssen auf Auswirkungen der Corona Pandemie beruhen. Beispielsweise Verdienstausfällen oder Geschäftsschließung bei gewerblichen Mietern.
Kein Kündigungsausschluss für andere Kündigungen Das neue Gesetz gilt nur für Kündigungen wegen Zahlungsrückständen. Alle anderen Kündigungen von Vermietern sind weiterhin zulässig und möglich. Dies gilt beispielsweise für Eigenbedarfskündigungen  oder Kündigungen aufgrund von Vertragsverstößen von Mietern. Mieter müssen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie nachweisen Mieter müssen nachweisen, dass  aufgrund der COVID-19 Pandemie keine oder teilweise keine Mieten gezahlt werden können. Das Bundesjustizministerium sieht unter anderem folgende  Nachweise als geeignet an: Verdienstbescheinigungen, Bestätigungen des Arbeitgebers über Verdienstausfälle, Anträge auf staatliche Leistungen, Leistungsbescheide von Behörden. Für Mieter oder Pächter von Gewerbeimmobilien sind dies behördliche Verfügungen durch die ihnen der Betrieb untersagt oder erheblich eingeschränkt wird. Müssen die offenen Mieten nachgezahlt werden? Das Gesetz soll Mietern, denen aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise finanzielle Mittel wegbrechen, nur eine Verschnaufpause einräumen. Die Pflicht zur Mietzahlung bleibt daher bestehen. Rückständige Mietschulden, die zwischen April und Juni 2020 auflaufen, müssen nachgezahlt werden. Das Gesetz räumt hierfür eine Frist bis zum 30. Juni 2022 ein. Erst wenn bis zum Ablauf dieser zweijährigen Frist die die Mietrückstände nicht ausgeglichen sind, ist eine Kündigung des Vermieters wegen Zahlungsrückstands möglich. Unabhängig davon können Vermieter bei Zahlungsrückständen weiterhin Verzugszinsen geltend machen.  Mieterverein Dortmund weiter erreichbar!
  • Aufgrund der aktuellen Situation ist die Geschäftsstelle des Dortmunder Mietervereins an der für den Publikumsverkehr geschlossen.
  • Termine zur Rechtsberatung finden daher als Telefontermine statt.
  • Unterlagen zur Beratung sollten vorab per E-Mail an info@mieterverein-dortmund.de oder in Kopie per Post zugeschickt werden (Mieterverein Dortmund, Kampstr. 4, 44137 Dortmund). Auch per Fax können Unterlagen zugeschickt werden: 0231 /557656-16.
  • Telefonische Beratungstermine können unter der zentralen Rufnummer 02 31 / 55 76 56 0 vereinbart werden.
  • §  In laufenden Fällen können die Rechtsberaterinnen und Rechtsberater zu ihren regulären Telefonzeiten erreicht werden. Eine Übersicht  gibt es auch hier auf unserer Internetseite: mvdo.de/team.html
Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 25.03.2020

Mieterbund begrüßt Kabinettsbeschluss - Nachbesserungen erforderlich

Mieterverein Dortmund - 23. März 2020 - 14:55
„Wohnen ist kein Konsumgut, auf das man in Zeiten der Krise mal eben verzichten kann. Das Dach über dem Kopf ist existenziell und zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Das zeigt der heutige Beschluss eindrücklich“, so der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Laut Gesetzentwurf soll die in Folge der Corona-Krise im Zeitraum von 1. April 2020 bis Ende Juni 2020 ausgebliebene Miete nicht zur Kündigung wegen Zahlungsverzuges führen dürfen. Leider wurde der Zeitraum gegenüber dem Entwurf von Justizministerin Lambrecht um 3 Monate verkürzt. Ursprünglich sollte er bis zum 30.09.2020 andauern. Allerdings kann eine Verlängerung des Dreimonatszeitraums bis Ende September 2020 und darüber hinaus bei Bedarf per Verordnung der Bundesregierung erfolgen. Der Mieter hat die Möglichkeit die ausgefallene Miete bis Ende Juni 2022 nachzuzahlen. „Das Gesetz ist wichtig und richtig, muss aber nachgebessert werden“, fordert Siebenkotten, „Mieter dürfen keinesfalls mit Verzugszinsen belastet werden, wenn sie ihre Mietschulden in der Zeit nach der Corona-Krise begleichen. Deshalb fordern wir gemeinsam mit dem Gesamtverband der deutschen Wohnungswirtschaft (GdW) die Einrichtung eines „Sicher-Wohnen-Fonds“, der die Miete als Zuschuss oder zinsloses Darlehen übernimmt, damit das Mietverhältnis nicht belastet wird. Der Mieter soll dann wegen der Abwicklung nur mit dem Fonds, nicht aber mit dem Vermieter, zu tun haben. Für Mieter, die die Miete bis zum 30.06.2022 nicht nachzahlen können, müssen die Mietschulden endgültig vom Fonds oder anderen Sicherungssystemen übernommen werden.“ Pressemitteilung Deutscher Mieterbund // 23.03.2020

Mieterbund begrüßt Gesetzentwurf des BMJV zum Kündigungsausschluss

Mieterverein Dortmund - 22. März 2020 - 11:54
Vorgesehen ist, dass Mietern, die aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 ihre Miete im Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. September 2020, also sechs Monate lang, ganz oder teilweise nicht zahlen können, nicht gekündigt werden darf. Der Mieter hat weiterhin bis Ende September 2022 Zeit, die in diesem Zeitraum nicht gezahlte Miete nachzuzahlen. Der sechsmonatige Zahlungsrückstand kann also bis Oktober 2022 nicht zur Kündigung des Mieters führen. Dies wird von uns ausdrücklich begrüßt. Der  Zeitraum von sechs Monaten muss aber verlängert werden, sofern sich die Auswirkungen der Pandemie  über einen längeren Zeitraum erstrecken. Besser wäre es, ihn von vornherein auf zwölf Monate zu verlängern.
Wichtig ist außerdem, dass der Zusammenhang zwischen der Covid-19 Pandemie und der Nichtzahlung laut Gesetzentwurf vermutet werden soll. Dies bedeutet schnellen und vor allem unbürokratischen Schutz für die Mieter. „Wichtig ist, dass Mieter Sicherheit haben, ihre Wohnung oder ihre Gewerberäume nicht wegen der Coronakrise zu verlieren. Wir weisen deutlich auf unsere  gemeinsam mit dem GDW an die Bundesregierung gerichtete Forderung hin, zur Vermeidung finanzieller Härten einen „Sicher-Wohnen-Fonds“ einzurichten“, so Siebenkotten. Pressemitteilung Deutscher Mieterbund // 21.03.2020

Kündigungsausschluss, Solidarfonds und Zwangsräumungstopp notwendig Mieterbund fordert sofortiges Handeln des Bundesgesetzgebers

Mieterverein Dortmund - 20. März 2020 - 20:45
Der Deutsche Mieterbund (DMB) fordert deshalb die sofortige Einführung einer mietrechtlichen Regelung, die die Kündigung des Mietverhältnisses wegen Zahlungsrückständen verhindert, sobald der bedürftige Mieter die Übernahme der Miete bei einem neu einzurichtenden Solidarfonds („Sicher-Wohnen-Fonds“) beantragt. Der Fonds zahlt dann an den Vermieter. Bereits der Online-Antrag des Mieters bei der zuständigen Stelle muss zum Ausschluss der Kündigung führen. Dies muss sowohl für die ordentliche als auch die fristlose Kündigung gleichermaßen gelten.    
Außerdem fordert der DMB die Einführung einer Regelung, wonach Mieter trotz bereits ausgesprochener Kündigungen oder laufender Zwangsvollstreckungen für die Zeit der Krise und einen angemessenen Zeitraum danach nicht aus ihren Wohnungen geräumt werden dürfen. „Die aktuellen Empfehlungen der Bundesregierung machen deutlich, dass der Rückzug von Menschen in ihren privaten Wohnraum die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus ist. Der von uns geforderte Dreiklang aus Solidarfonds, Kündigungsausschluss und Zwangsräumungsstopp kann die Mieter vor den existentiellen Folgen der Corona-Krise schützen. Die Einführung dieser Schutzmechanismen hat daher oberste Priorität“, erklärt der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Pressemitteilung Deutscher Mieterbund // 20.03.2020

Mieterrechte und -pflichten in Zeiten der Corona-Krise

Mieterverein Dortmund - 20. März 2020 - 20:18
1.    Ich verdiene kein Geld mehr. Muss ich weiter meine Miete zahlen? Ja. Der Mieter ist grundsätzlich zur Mietzahlung verpflichtet. Entsteht ein Zahlungsrückstand von mehr als einer Monatsmiete, darf der Vermieter grundsätzlich fristlos kündigen. Auf den Grund, warum der Mieter nicht zahlen konnte, kommt es dann nicht mehr an.    
Um sich vor dem Verlust der Wohnung zu schützen, sollte der Mieter bei drohenden Mietzahlungsschwierigkeiten sofort mit seinem Vermieter Kontakt aufnehmen und versuchen, sich auf die Stundung der Mietzahlung zu einigen. In Betracht käme ebenfalls eine Ratenzahlung, soweit möglich, oder der Verzicht des Vermieters auf die Miete, wenn dies wirtschaftlich für ihn vertretbar wäre. All dies ist natürlich nur auf freiwilliger Basis möglich. Eine entsprechende Vereinbarung sollte dann aus Beweisgründen schriftlich erfolgen.   Hinweis: Der Deutsche Mieterbund hat den Bundesgesetzgeber aufgefordert, die Kündigung für die Zeit der Corona-Krise auszuschließen; einen Solidarfonds einzurichten, der in Not geratenen Mieter bei ihrer Mietzahlung hilft und die Räumung von Wohnungen umgehend zu stoppen. Das Bundesjustizministerium prüft die Forderungen derzeit. Mehr Informationen dazu unter www.mieterbund.de. 2.    Mein Nachbar ist an Covid-19 erkrankt. Darf ich die Miete mindern? Nein. Die Erkrankung eines Mitbewohners oder Nachbarn stellt keinen Mangel der Mietsache und damit keinen Grund zur Mietminderung dar.    
Wird die Nutzung der Mietsache durch Engpässe bei der Versorgung mit Energie oder Wasser beeinträchtigt, muss der Mieter aber nur eine entsprechend geminderte Miete zahlen. Darauf, ob der Vermieter den Versorgungsengpass vertreten muss, kommt es bei der Minderung nicht an. 3.    Muss ich meinen Vermieter in meine Wohnung (Wohnungsbesichtigungen, Reparaturen) lassen? Ob der Vermieter die Wohnung des Mieters besichtigen darf, hängt von einer Abwägung des Eigentumsrechts des Vermieters mit dem Recht des Mieters auf Privatsphäre ab. Bei einer Pandemie ist zudem der Schutz des Mieters auf körperliche Unversehrtheit zu beachten und maßgeblich.    
Besichtigungen, die keinen dringend notwendigen Zweck verfolgen, müssen daher aus Sicht des Deutschen Mieterbundes auf die Zeit nach der Pandemie verschoben werden. Bei notwendigen Reparaturen (bspw. Rohrbruch) muss der Mieter aber Zugang zur Wohnung gewähren. 4.    Ich habe meine Wohnung gekündigt und muss eigentlich nächste Woche ausziehen. Nun bin an Covid-19 erkrankt / stehe unter Quarantäne. Muss ich ausziehen? Nein. Der Vermieter kann in dieser Situation nicht vom Mieter verlangen, dass er die Wohnung räumt. Auch jetzt gilt schon im Vollstreckungsrecht: Das Recht des Mieters auf körperliche Unversehrtheit hat Vorrang vor dem Räumungsinteresse des Eigentümers. Da alle Menschen aufgerufen sind, sich solidarisch zu verhalten und Kontakte drastisch zu reduzieren, kann der Mieter – auch zum Schutz anderer – nicht zum Auszug verpflichtet werden. 5.    Ich möchte umziehen. Geht das nun noch? Solange die angemietete Wohnung frei ist, das beauftragte Umzugsunternehmen noch arbeitet und keine Ausgangssperren verhängt sind, grundsätzlich ja. Auch hier ist dem Mieter aber zu raten, mit allen Beteiligten die Durchführung des Umzuges abzuklären und sich im Sinne des Eigenschutzes und des Schutzes der Gemeinheit zu entscheiden.     (dmb) // 20.03.2020

Aktuell: Verändertes Beratungsangebot

Mieterverein Dortmund - 13. März 2020 - 15:05

Sie benötigen eine Beratung? Kein Problem: Rufen Sie unter der Zentrale 02 31 - 55 76 56 0 an und vereinbaren Sie einen Telefontermin oder nutzen Sie die regulären Telefonzeiten der jeweiligen Rechtsberaterinnen und Rechtsberater.

Geschäftsstelle heute von 12.15 bis 13 Uhr geschlossen

Mieterverein Dortmund - 12. März 2020 - 10:43
Wegen einer MitarbeiterInnenbesprechung ist unsere Geschäftsstelle heute am Donnerstag, den...

Siedlung-Droote in Dortmund-Scharnhorst: Mieter wehren sich gegen Vernachlässigung ihrer Wohnsiedlung durch Finanzinvestor – Mieterbeirat und Mieterverein stellen Mängeldokumentation vor

Mieterverein Dortmund - 4. März 2020 - 13:32
„So viele Mängel? Warum kümmert sich unser Vermieter nicht? Wo bleibt die Verantwortung des Eigentümers?“, fragen Frank Keil und Hannelore Jacoby vom Mieterbeirat der Siedlung Droote. Daher haben der örtliche Mieterbeirat und der Mieterverein Dortmund in einer Dokumentation die Mängel zusammengestellt (pdf). Diese wurde am heutigen Tag der Eigentümerin der Wohnungen, der Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop (siehe „Hintergrund“) und der zuständigen Hausverwaltung Paul Immobilien zugeschickt; verbunden mit der Aufforderung die Mängel zu beseitigen. „Die Situation in der Siedlung müssten der Eigentümerin eigentlich bekannt sein. Diese sind nicht zu übersehen.“, stellt Tobias Scholz, der wohnungspolitische Sprecher des Mietervereins Dortmund an der Kampstr. 4 in der Dortmunder Innenstadt fest.  Auch die Wohnungsaufsicht und Bauordnung der Stadt Dortmund wurden eingeschaltet und gebeten, sich entsprechend den Vorgaben der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfale, der Spielplatzsatzung der Stadt Dortmund und den Vorschriften des Wohnungsaufsichtsgesetztes (WAG) des Landes Nordrhein-Westfalen für eine Verbesserung der Wohnverhältnisse einzusetzen. Hintergrund / Verkaufskette: Bestände der Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop GmbH  Am 15.06.2005 verkaufte die LEG NRW (damals noch im Besitz des Landes NRW) 1400 Wohnungen in Dortmund an die Unternehmensgruppe Baum aus Hannover. Für die Wohnungen wurde eine eigene GmbH gegründet, die Baum Grundbesitz Dortmund GmbH. Rund 1160 Wohnungen in Lanstrop und rund 245 Wohnungen in Scharnhorst-Ost (Droote 1- 45) waren betroffen.  Im Juni 2006 wurde bekannt, dass die Hanseatic Group aus Hildesheim die Wohnungen über einen Unternehmenskauf der Baum Grundbesitz Dortmund GmbH erworben hatte. Die Gesellschaft wurde in Lion Properties I Dortmund GmbH umbenannt.  Ab dem 01.09.2006 übernahm die dänische Firma CenterPlan A/S die Mehrheit am Unternehmen. Im Dezember 2006 erfolgte die Umbenennung in Centerplan Lion Dortmund GmbH. Der dänische Investor Centerplan ging im Zuge der Finanzkrise Pleite.  In der Folge kam es gesteuert durch die finanzierenden Banken (Bayrische Landesbank und einer isländischen Bank) zu einem Rückkauf durch die Hanseatic Group aus Hildesheim im Juni 2009. Das Unternehmen wurde in den heutigen Namen Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop GmbH umbenannt.  Ende Januar 2014 wurde die Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop von Hanseatic zunächst an die Eigentümer CURATOR REAL ESTATE GmbH und MURR Holding GmbH veräußert. Wenige Tage später erfolgte dann der Verkauf an die neuen Eigentümerinnen, die AG Anna B.V. mit Sitz in Amsterdam und die Eurolinque III LLC. mit Sitz in Rutherford New Jersey in den U.S.A.: Letztere ist eine Tochter der dort ansässigen Lincoln Equities Group LLC.  Im Frühjahr 2018 drehte sich das Immobilien-Karussell bei der WBG Lanstrop weiter. Die beiden U.S. amerikanischen Finanzinvestoren Lincoln Equities Group und Angelo Gordon verkauften die Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop GmbH an die Proprium Capital Partners und Forte Capital Partner (https://www.immobilienmanager.de/forte-und-proprium-kaufen-2000-wohnungen-in-dortmund-und-bochum/150/59143/).  Mit der Hausverwaltung ist seit 2014 die Firma Paul Immobilien aus Berlin beauftragt, die in Dortmund-Lanstrop ein Büro unterhält.  Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. & Mieterbeirat Droote Dortmund-Scharnhorst (Wohnungen der WBG Lanstrop) // 04.03.2020

Vonovia engagiert Tochterfirma für Treppenhausreinigung – Mieterverein empfiehlt „Umstellung“ zu prüfen

Mieterverein Dortmund - 26. Februar 2020 - 14:27
Je nach Regelung im Mietvertrag müssen Mieter diese Umstellung jedoch nicht akzeptieren.  „Ist im Mietvertrag keine Treppenhausreinigung durch einen Dienstleister vereinbart, müssen Mieter diese nicht akzeptieren und können widersprechen. Die Umstellung und Berechnung von Reinigungskosten stellt in diesem Fall eine einseitige Vertragsänderung durch Vonovia dar. Diese ist rechtlich unzulässig. Treppenhaus¬reinigungskosten sind insbesondere bei langjährigen Mieterverhältnissen meist nicht vereinbart. Für die Prüfung können Vereinsmitglieder des Mietervereins die Rechtsberatung des Mietervereins kontaktieren.“, erklärte Mieterschutz-Experte, Rechtsanwalt Martin Grebe, Leiter Miet- und Wohnungsrecht beim Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. Wichtig: Wer die Umstellung akzeptiert und vorbehaltlos die verlangten höheren Vorauszahlungen leistet, kann später nicht zurückwechseln. Die Entscheidung sollte daher gut überlegt sein.  In Wohnhäusern, in denen bisher schon die Treppenhausreinigung durch einen Dienstleister durchgeführt wird, ist in der Regel die Tochterfirma „Vonovia Wohnumfeld Service GmbH“ beauftragt. Der Mieterverein geht davon aus, dass dies auch bei neu „umgestellten“ Häusern der Fall sein wird. Vonovia hat offensichtlich ein starkes Eigeninteresse die Treppenhausreinigung durch seine Tochterfirma erledigen zu lassen. Das Unternehmen legt bei vergleichbaren Fällen die tatsächlichen angefallenen Personalkosten nicht offen. Die bundesweit geübte Kritik von Mietervereinen, Vonovia würde über die Tochtergesellschaften Gewinne erzielen, konnte der DAX-Konzern bisher nicht überzeugend entkräften. Beratung und Vertretung für Vereinsmitglieder Der Mieterverein Dortmund bietet seinen Mitgliedern in allen Rechtsfragen einer Mieterhöhung umfassende telefonische und persönliche Beratung und Vertretung an. Informationen zur Mitgliedschaft gibt es im Internet unter www.mvdo.de, telefonisch unter 0231 / 557656-0 und persönlich in der Mietervereins-Geschäftsstelle an der Kampstr. 4, 44137 Dortmund (Öffnungszeiten: Mo bis Do 8.30 bis 18 Uhr, Fr 08.30 bis 14 Uhr). Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 26.02.2020 

Öffnungszeiten an Rosenmontag

Mieterverein Dortmund - 19. Februar 2020 - 10:09
Die Geschäftsstelle des Mietervereins Dortmund und Umgebung e.V. in der Kampstraße 4,...

Stellenaussschreibung Rechtsberatung

Mieterverein Dortmund - 5. Februar 2020 - 14:56
Stellenausschreibung (pdf)

Es bleibt zu wenig

Mieterverein Dortmund - 4. Februar 2020 - 10:47
Auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt hat sich wenig zum Guten geändert – so lässt sich der Dortmunder Wohnungsmarktbericht wohl kurz zusammenfassen. Die Mieten steigen weiter, die Zahl günstiger Wohnungen sinkt, für Menschen mit wenig Geld wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Jedes Jahr wertet das Amt für Wohnen alle Wohnungsanzeigen aus und leitet daraus ab, wie sich Mieten gestalten, welche Bezirke besonders günstig oder teuer sind, welchen Blick Investore auf
Dortmund haben oder wie es für Men¬schen mit wenig Geld aussieht. Die Auswertung für 2018 zeigt: die sogenannten Angebotsmieten sind weiter gestiegen. 7,00 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter waren Ende 2018 im Mittel pro Quadratmeter in Bestandswohnungen fällig (2017: 6,30 Euro) – mehr als fünf Prozent mehr als im Vorjahr und rund ein Fünftel mehr als 2014. Im Neubau immerhin tat sich nichts: Die Kaltmiete von 10,50 Euro/m2 ist so hoch wie im Vorjahr. Die Mieten sind aber nicht überall gleich hoch: Am Clarenberg, in Scharnhorst-Ost, in Westrich oder Kirchderne sind Wohnungen sehr günstig (unter 5,50 Euro). Besonders beliebt – und darum besonders teuer – ist es im Tremonia-Viertel und Hombruch, im Kreuzviertel und Kirchhörde, in der westlichen Innenstadt, an der Ruhrallee und in Lücklemberg. Spannend auch: Im Bezirk Hafen (nördlich der Mallinckrodtstraße) wurden Wohnungen 2018 teurer angeboten als im Unionviertel, das lange als neues In-Viertel galt. Leerstand bleibt niedrig 2018 standen rund 6.400 Wohnungen, rund zwei Prozent des Gesamtbestands, länger als sechs Monate leer. Was laut Stadt auffällt: Die Zahl der Wohnungen, die länger als ein Jahr lang leerstehen, steigt. Das heißt: eine wachsende Zahl an Wohnungen schafft es gar nicht mehr auf den Wohnungsmarkt – etwa weil sie nicht (mehr) bewohnbar sind, in einer geräumten Immobilie oder es sich um eine Einliegerwohnung handelt. Ein Problem auf einem umkämpften Markt, auf dem jede Wohnung zählt. Wie verteilt sich Leerstand über die Stadt? Die Räumung von 412 Wohnungen im Wohnkomplex Hannibal II in Dorstfeld vor mehr als zwei Jahren haben die Leerstandsquote hier auf 16 Prozent ansteigen lassen. Doch auch innerstädtisch ¬– so zum Beispiel im Unionviertel (6 %), rund um den Nordmarkt (3,4 – 3,8%) und selbst innerhalb des Wallrings (über 3%) – stehen überdurchschnittlich viele Wohnungen leer.

Ludger Wilde sieht keinen Grund, aufzuatmen: „Ein gesunder Wohnungsmarkt ist bei ungefähr vier Prozent Leerstand“, sagte Dortmunds Planungsdezernent bei der Vorstellung des Jahresberichts. „Wir haben noch keinen Hinweis darauf, dass Entspannung in Sicht ist, aber dafür, dass die Maßnahmen ein stückweit greifen.“ Was tut die Stadt? Die Maßnahmen, das sind viele kleine Pillen, die die Stadt dem Wohnungsmarkt verpasst, um die Anspannung zumindest für die wirtschaftlich schwächsten Haushalte abzumildern. Dass auf allen Grundstücken, auf denen neues Planrecht geschaffen wird, nun mindestens 25% der Wohnungen öffentlich gefördert und preisgebunden sein müssen, ist eine, die im Moment jährliche Anhebung der Mietobergrenzen für Empfänger von Transferleistungen eine andere. Derzeit erhalten rund 100.000 DortmunderInnen staatliche Leistungen wie Grundsicherung, ALG II oder Asylbewerberleistungen.

Trotzdem: Es reicht bei Weitem nicht. In NRW fehlen laut Mieterbund rund 20.000 Sozialwohnungen, in Dortmund waren zum Jahresende 2018 1.974 Haushalte beim Wohnungsamt gemeldet, die sich nicht eigenständig auf dem Markt mit Wohnraum versorgen konnten. Es fehlen also mindestens 2.000 „Sozialwohnungen“ für Menschen mit schmalem Geldbeutel. Gerade 189 sind im vergangenen Jahr neu entstanden. Kaum mehr, als gleichzeitig aus der Preisbindung gefallen sind. 22.155 dieser Wohnungen gab es am 31.12.2018 in Dortmund.

Seit 2015 erhält Dortmund vom Land ein sogenanntes Globalbudget, auf das sie stolz ist: Die Fördermittel, mindestens 30 Millionen Euro jährlich, verteilt die Stadt eigenverantwortlich und je nach Bedarf auf zu fördernde Projekte. Nach einem Boomjahr 2017 (mehr als 50 Mio. Euro Fördermittel) ist das Budget 2018 (28,8 Mio. Euro) nicht komplett ausgeschöpft worden. Welche Bilanz das laufende Jahr haben wird, ist noch unklar: Bis zum Sommer 2019 war gerade einmal die Hälfte der von der Stadt bereitgestellten, eingeplanten Gelder abgerufen worden. Geförderter Wohnungsbau bleibt – weil die Gewinnspanne dank enorm gestiegener Baukosten und Grundstückspreise gering ist – wenig attraktiv für Investoren.

Zum 1. Juni ist Dortmund in die nächsthöhere Mietenstufe gerückt. Das verspricht jenen, die geförderten Wohnungsbau betreiben wollen, bessere Förderbedingungen und höhere Mieteinnahmen: Die Obergrenze steigt von 5,70 Euro/qm auf 6,20 Euro/qm, und der Anteil des Darlehens, der zurückgezahlt werden muss, ist geringer. Was Stadt und Investoren freut, hat eine Kehrseite: Steigende Preise im unteren Segment lösen in der Regel auch in den höheren Preissegmenten Steigerungen aus. So dürfte sich das Mietniveau insgesamt anheben – und so auch Normalverdiener noch stärker unter Druck setzen.

Der Mieterverein und andere Akteure fordern seit Langem, dass die Stadt auch selbst wieder zur Bauherrin wird. Seit 2015 hat sie in Mengede, Lütgendortmund und Huckarde knapp 180 Wohnungen in Eigenregie errichtet, das letzte Projekt soll 2020 bezugsfertig sein. Doch seitdem war Stille. Zwar hat Planungsdezernent Ludger Wilde schon im Frühjahr angekündigt, wieder in den kommunalen Wohnungsbau einsteigen zu wollen – konkrete Zusagen und Informationen über mögliche Orte oder Zeiträume ist die Stadt bisher jedoch schuldig geblieben. Autor: Alexandra Gehrhardt, erschienen in Mieterforum IV/2019

Europaweite Bürgerinitiative: Die EU muss endlich handeln

Mieterverein Dortmund - 21. Januar 2020 - 10:03
„Wohnen ist heute ein riesengroßes Geschäft, das für globale Investoren wie Pensionsfonds, Hedgefonds, Versicherungen etc. unfassbare Renditen abwirft“, erklärt Karin Zauner-Lohmeyer, Sprecherin von „Housing for All“. Das Problem sehen Zauner-Lohmeyer und die Initiative vor allem darin, dass viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum gebaut wird. „Wir fordern von der EU dringend nötige Reformen, damit wieder in kommunalen und gemeinnützigen Wohnbau investiert werden kann“, so Zauner-Lohmeyer.

Neuer Bericht Untermauert werden die Forderungen von „Housing for All“ durch Befunde des in Brüssel veröffentlichten Berichts „Zur Lage des Wohnens in der EU 2019“. Die WissenschaftlerInnen des Housing Europe Observatory betonten, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, in Kombination mit Zuwanderung, Europas Gesellschaften zunehmend spalte und die Politik auf allen Ebenen nicht angemessen auf die Wohnungsnot reagiere. Es sei ein schleichendes Problem, das den sozialen Zusammenhalt gefährde.

Über „Housing for All“ Die Europäische Bürgerinitiative “Housing for All” wird getragen von einem überparteilichen Netzwerk aus der Mitte der Gesellschaft - sowohl von Mieterverbänden und Mietervereinen, sozialen NGOs, Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen, kirchlichen Einrichtungen, Interessensvertretungen von Studierenden und Alleinerziehenden als auch von gemeinnützigen und kommunalen Wohnbauträgern, Bauwirtschaft, Städtenetzwerken sowie Privatpersonen, die sich für bezahlbareres Wohnen in Europa einsetzen. In Deutschland u.a. von DMB und DGB.

Wann ist die Initiative erfolgreich? Wenn es gelingt, bis zum 18.03.2020 eine Million Unterschriften zu sammeln (und in sieben Staaten eine festgelegte Mindest¬anzahl an Unterschriften zu erreichen, in Deutschland 72.000), dann müssen die Anliegen sowohl von der EU Kommission als auch vom Europäischen Parlament angehört und behandelt werden.

Wo kann unterschrieben werden? Unterschrieben werden kann „Housing for all“ online unter: www.housingforall.eu und auf gedruckten Unterschriftenlisten, die auf der Rückseite abgedruckt ist und auch beim Mieterverein ausliegen.

Wer kann die EBI unterzeichnen? Es können alle BürgerInnen der EU unterzeichnen, die Staatsangehörige eines EU-Mitgliedsstaates sind (ausgenommen GB) und das Mindestalter erreicht haben, um an den Wahlen zum Europäischen Parlament teilzunehmen, also 18 Jahre oder älter sind (mit Ausnahme Österreichs und Maltas, wo das Wahlalter 16 Jahre beträgt). Autor: Mriko Kussin, erschienen in Mieterforum IV/2019

Aktuelle Informationsveranstaltungen: VHS-Veranstaltungen + MieterInnen-Themen-Treff

Mieterverein Dortmund - 16. Januar 2020 - 14:06
Terminübersicht "Mietrechtliche Veranstaltungen" in Kooperation mit der VHS-Dortmund (pdf) Termine "MieterInnen-Themen-Treff" in Zusammenarbeit mit dem Mieter-Netzwerk Dortmund (pdf)

Einladung zum 2. Mieterinitiativentag am 29. Februar 2020 im Bahnhof Langendreer, Bochum

Mieterverein Dortmund - 14. Januar 2020 - 8:00
Da Mieterinitiativen besonders viel vom Erfahrungsaustausch profitieren, laden die Mietervereine Bochum, Dortmund, Witten und die Mietergemeinschaft Essen nun zum zweiten Mal nach 2014 zu einem „Mieterinitiativentag“ ein. Die Erfahrungen der Mietervereine zeigen, wie wichtig Mieterinitiativen für die Durchsetzung von Mieterinteressen sind – gegenüber dem Vermieter, aber auch, um Aufmerksamkeit und Unterstützung in Öffentlichkeit und Politik zu bekommen. Wann? Samstag, 29. Februar 2020, 10 bis 17 Uhr Wo? Bochum, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 109 Eingeladen sind
  • Menschen, die in einer Mieter- oder Nachbarschaftsinitiative aktiv sind;
  • Mieter, die sich bisher noch nicht mit ihren Nachbarn zusammengeschlossen haben, aber darüber nachdenken;
  • Mieter, die z. B. betroffen sind von Privatisierung, Modernisierung, Mieterhöhung, hohen Heiz- und Nebenkosten, Reparaturstau, und die dies nicht länger hinnehmen wollen;
Wer lädt ein? Mietervereine Bochum, Dortmund, Witten und Mietergemeinschaft Essen // Arbeitsgemeinschaft der Mietervereine im Ruhrgebiet, Mieterforum Ruhr Programm Auf dem Mieterinitiativentag finden verschiedene Arbeitsgruppen statt. Dabei steht am Vormittag die inhaltliche Arbeit von Mieterinitiativen zu typischen Mieterproblemen im Mittelpunkt (Betriebskosten, Modernisierung, Mängel). Nach der Mittagspause geht es u.a. um die Neugründung von Mieterinitiativen und das Thema Öffentlichkeitsarbeit. Am Nachmittag ist ein Austausch in verschiedenen Arbeitsgruppen, u.a. zu den Vermietern Vonovia, LEG, Vivawest, DEGAG / Altro-Mondo vorgesehen. Das vollständige Programm mit allen Arbeitsgruppen finden Sie hier: Einladung & Programm Mieterinitiativentag 2020 (pdf) Anmeldung Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung bis 21. 02. 2020 bei: Mieterforum Ruhr e. V., Brückstraße 58, 44787 Bochum E-Mail: martin.kraemer@mvbo.de, Tel. 0234 96 11 4-64, Fax: 0234 96 11 4-11 Bitte geben Sie Ihren Namen, die Kontaktdaten, Initiative, Vermieter und die AGs an, an denen Sie teilnehmen möchten.

Unionviertel: Ausstellung von Eisenhart Keimeyer beim Mieterverein

Mieterverein Dortmund - 13. Januar 2020 - 10:21
Mit seiner Kamera war er auf der Spur eines für die Öffentlichkeit unzugänglichen Ortes. »Den Betrieb einstellen?« zeigt das Gelände der inzwischen abgewickelten Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP). Bilder, die durch den festgehaltenen Verfall atmosphärisch an eine Umbruchsphase erinnern, die damals mit politischen und sozialen Turbulenzen verbunden war. »Unionviertel«, dokumentiert die Veränderungen des Viertels von einem Industriestandort zu einem Ort kreativen Schaffens.  Die Ausstellung ist ab sofort geöffnet und läuft bis zum 19.02.2020. Sie kann montags bis donnerstags von 8.30 - 18.00 Uhr und freitags 8.30 - 14.00 Uhr in der Geschäftsstelle des Mieterverein Dortmund an der Kampstr. 4 besucht werden.  Am Mittwoch, 19.02.2020, um 19 Uhr laden Mieterverein und Künstler zum Abschluss der Ausstellung (Finissage) zu einem Diskussionsabend zur bisherigen und zukünftigen Entwicklung des Unionviertels in ein. 

Deutliche Wohngelderhöhung ab 2020: Kostenfreier Ratgeber beim Mieterverein erhältlich!

Mieterverein Dortmund - 23. Dezember 2019 - 12:23
1,2 Mrd. Euro kostet die Anhebung im Jahre 2020. Sie vergrößert auch die Gruppe der Anspruchsberechtigten: 660.000 Haushalte in Deutschland erhalten ab dem 1. Januar Wohngeld – 180.000 mehr als zuletzt. „Dies liegt an der Anhebung der Einkommensgrenzen. Zahlreiche Haushalte erhalten dann neu Wohngeld und sind nicht mehr auf Unterkunftskosten aus dem Arbeitslosengeld II oder der Grundsicherung angewiesen. Mieter sollten daher unbedingt prüfen, ob sich die Wohngeldbeantragung lohnen könnte, empfiehlt der Mieterverein Dortmund.“, erklärte Dr. Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund und Umgebung e.V. Kostenfreier Wohngeld-Ratgeber Ein kostenfreier Wohngeld-Ratgeber (pdf) ist beim Mieterverein Dortmund an der Kampstr. 4  erhältlich. Der Ratgeber ist auch auf der Internetseite des Mietervereins unter www.mvdo.de/wohngeld.html abrufbar. Mitglieder des Mietervereins können sich bei der Rechtsberatung des Vereins auch in Sachen Wohngeld beraten lassen. Wohngeld nur auf Antrag Wohngeld gibt es nur auf Antrag und auch erst ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung – genau gesagt: rückwirkend zum 1. des Monats, in dem der Antrag gestellt wird. Wer kein Geld verschenken will, stellt den Antrag im Laufe des Januars, spätestens bis zum 31. Januar 2020 und reicht gegebenenfalls geforderte Bescheinigungen nach.
Wohngeldstellen in unserem Vereinsgebiet Wohngeldstelle Dortmund
Wohngeldstelle Castrop-Rauxel
Wohngeldstelle Lünen
Wohngeldstelle Waltrop Mieter, die bereits Wohngeld erhalten und denen das Wohngeld über das Jahr 2019 hinaus bewilligt worden ist, werden ab Januar 2020 automatisch höhere Leistungen bekommen. Ein Antrag ist dafür also nicht notwendig.

Öffnungszeiten zum Jahreswechsel

Mieterverein Dortmund - 20. Dezember 2019 - 11:38
Die Außenberatungen in Lünen und Brambauer am 23.12.19 und 30.12.19 und in Waltrop am 09.01.20 finden nicht statt. Am 02.01.20 sind die Außenberatungen in Lünen und Waltrop geöffnet. Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2020!

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